P r e s s e m i t t e i l u n g

20.09.2001

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Sektenkonzern Scientology:
Dubiose Verbindung mit United Parcel Service

Logistikkonzern verliert Prozess in zweiter Instanz in allen Punkten

Leipzig/Stuttgart 20. September 2001. Im Berufungsverfahren gegen die Stuttgarter Verbraucherschutzorganisation Aktion Bildungsinformation e. V. (ABI) hat der Logistikkonzern United Parcel Service (UPS) eine Niederlage vor dem Berliner Kammergericht hinnehmen müssen. Im einstweiligen Verfügungsverfahren folgte das Berliner Gericht auch in zweiter und damit letzter Instanz den Ausführungen der ABI in allen Punkten.

Die Richter des 14. Zivilsenats lehnten es ab, der ABI die Aussage zu verbieten, dass die Scientology-Organisation (SO) durch die Zusammenarbeit mit UPS ihrem Ziel, den Einfluss in der Wirtschaft zu verstärken und die Management-Technologie von Ron L. Hubbard weiter zu verbreiten, einen Schritt näher gekommen sei. Die ABI hatte im Verlauf des Rechtsstreites entsprechende Lieferverträge glaubhaft gemacht. UPS hatte die Darlegungen der ABI zuletzt auch vor Gericht nicht mehr bestritten. Bei dieser von UPS angegriffenen Textstelle in einer Presseinformation handelt es sich laut Urteilsbegründung um eine Verbindung von zutreffender Tatsachenmitteilung und zulässig wertender Meinungsäußerung.

Auch mit einem weiteren Verbotsantrag konnte sich UPS nicht durchsetzen. Die ABI behauptete, sie habe Beweise dafür, dass knapp fünfzig Abgeordnete des amerikanischen Senats, die für eine Resolution gegen die Bundesrepublik Deutschland gestimmt hätten, von UPS Geldzahlungen in Höhe von bis zu 240.000 US $ bekamen. In der Resolution wurde Deutschland schwerer Menschenrechtsverletzungen beschuldigt. Die Zahlungen an die Kongressabgeordneten an sich wurden von UPS nicht in Abrede gestellt.

Die Aussage der ABI, dass jeder, der seine Pakete mit UPS versende, wissen müsse, dass er damit indirekt die Finanz- und Schlagkraft sowie die Kriegskasse der Scientology-Organisation stärke, beruhe im Wesentlichen auf unstreitigen Tatsachen. Aus diesen rein objektiven Umständen könnten zulässige Meinungsäußerungen hergeleitet werden, meinten die Berliner Richter weiter.

Auch im vierten Klageantrag konnte sich UPS nicht durchsetzen. Die ABI behauptete, dass es bei UPS auffallende Ähnlichkeiten der Management-Techniken mit der Management-Technologie der SO gebe. Insbesondere hinsichtlich inhumaner Arbeitsbedingungen, Schikanen, Manipulationen von Betriebsratswahlen und gesetzeswidriger Arbeitszeiten. Diese Aussage kann nicht verboten werden, da sie aus kritischer Sicht der ABI eine schlagwortartige Bezeichnung der Unternehmenskultur bei UPS darstellt. Vom Gericht wird diese vierte Aussage der ABI mit zutreffenden Erwägungen als nicht in den Bereich der Schmähkritik gelangende Meinungsäußerung angesehen.

Offene Fragen - keine Antworten

Gemeinsame Werbung mit Top-Scientologin

Bisher nicht beantwortet hat UPS die Frage, weshalb das Unternehmen Mitarbeiter/innen in San Jose (Costa Rica) durch Management-Kurse der Scientology-Organisation schulen ließ. Seinerzeit wurden die Schulungsteilnehmer in straff geführten Kursen mit der Scientology-Ideologie vertraut gemacht.

,,In Deutschland gestaltet sich die Zusammenarbeit der Scientology-Organisation mit Wirtschaftsunternehmen verdeckt", meint Eberhard Kleinmann, Vorsitzender der ABI. In dem im Jahr 1999 in deutschen Kinos aufgeführten Film ,,EDtv" wirbt die bekennende Top-Scientologin Jenna Elfman in einer Hauptrolle als UPS-Mitarbeiterin für den amerikanischen Logistikkonzern. Elfman gehört mit dem Führer der Scientology-Organisation, David Miscavige, und Schauspielern wie beispielsweise Tom Cruise zu der prominenten Elite der Scientology-Organisation.

Elfman hat nach Quellen, die der ABI vorliegen, den ,,Patron"-Status bei Scientology. Das bedeutet, dass sie Zahlungen von mindestens 40.000 US $ an die SO geleistet hat. In einem Interview bestätigte ein UPS-Pressesprecher Ende letzten Jahres entsprechende Kontakte. Michael Mensing, Geschäftsführer der deutschen UPS-Tochter in Neuss, hat zu den Werbeaktivitäten seines Unternehmens dagegen bislang keine der ABI bekannte Stellungnahme abgegeben.

Die Aktion Bildungsinformation e.V. ist eine gemeinnützige Verbraucherschutzeinrichtung in Bildungsfragen mit Sitz in Stuttgart. Zu den satzungsgemäßen Aufgaben gehört die individuelle Verbraucherberatung. Aufgaben der ABI sind auch die Beobachtung des Psychomarktes und der Sekten, insbesondere der Scientology-Organisation. Die ABI beschäftigt 20 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter und wurde 1971 mit der Theodor-Heuss-Medaille ausgezeichnet.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

Eberhard Kleinmann (ABI Vorsitzender)
Mobilfunk: 0172 731 1840

Sean Lorenz (ABI Pressesprecher)
Mobilfunk: 0175 584 9268

Bildmaterial der Pressekonferenz erhalten Sie auf Anfrage. Ihre Anfrage richten Sie bitte an folgende E-Mail Adresse:

SeanLorenz_2000@yahoo.de

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